Landschaft

Landschaft und Naturraum

Die Verbandgemeinde St. Goar-Oberwesel liegt im Zentrum des Weltkulturerbes „Oberes Mittelrheintal“ und des „Landschaftsschutzgebietes Mittelrheintal von Bingen bis Koblenz“. Das herausragende und abwechslungsreiche Landschaftsbild laden zum Erleben,Wandern und Genießen ein. Die angelegten Aussichtspunkte geben die Möglichkeit an überragenden Plätzen zu rasten und zu verweilen.

 

Doch bevor wir unsere Verbandsgemeinde im Detail beleuchten einige allgemeine Aussagen zur Region. Die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintales ist räumlich als Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge definiert und verbindet die breite Auenlandschaft des Oberrheingrabens mit der niederrheinischen Tieflandbucht. Mit den steilen bis heute teilweise rebenbesetzten Talhängen, den äußerst schmalen Uferleisten mit den dicht gedrängten Siedlungen sowie den einmündenden  Seitentälern und den auf Felsvorsprüngen errichteten Höhenburgen ist der Talabschnitt der Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft.

 

In dem canyonartigen Tal wollen wir unsere kleine Exkursion durch die Landschaften unserer Verbandsgemeinde beginnen. Wir starten auf Höhe der Burg Pfalzgrafenstein, der Mitten im Rhein gelegenen Zollburg. Dem Strom nach Norden durch die Kulturlandschaft folgend erreicht man die Stadt Oberwesel mit der sie überragenden Schönburg und einem mittelalterlich geprägten Stadtkern mit fast vollständig umgebender, begehbarer Stadtmauer.

 

Auf der Weiterreise gelangt man in den Stadtteil St. Goar –  An der Loreley. Der bekannte Loreleyfelsen liegt zwar nicht in unserer Verbandsgemeinde, aber die besten Ausblicke auf den Felsen hat man von unserer Rheinseite. 

 

Als nächste Stadt folgt St. Goar mit der überragenden Ruine Rheinfels, der größten Burgruine im Mittelrheintal. Im Anschluss folgt das Gründelbachtal und der Stadtteil St. Goar-Fellen. Kurz darauf ist die nördliche Grenze unserer Verbandsgemeinde  erreicht. Vom Rheintal aus erreicht man über die steilen Rheinhänge die erste Hochterrasse über dem Rhein. Gerade die Hangkante zum Tal hin bietet hervorragende Aussichtplätze hoch über dem Rheintal. Besuchen sie einige dieser herausragenden Aussichtpunkte, z. B. den Grillplatz „Sauzahn“ in Oberwesel-Langscheid, den Aussichtpunkt „Pfalzblick“ bei Oberwesel, den „Loreleyblick“ in Urbar oder die Aussichtpunkte „Wackenberg“ in St. Goar-Biebernheim und den Werlauer Pilz in St. Goar-Werlau.

 

Aber auch eine Wanderung entlang der Hangkante zum Rhein bietet immer wieder herausragende Blicke ins Tal. Weiter nach Osten folgen im Anschluss an die erste Rheinterrasse Landschaften mit Wiesen- und Ackerflächen. Sie werden immer wieder durchschnitten durch tiefe, schluchtartige Seitenteiler deren Südlagen mit Reben bestockt sind und einzelnen kleinen Orten. Diese tragen oft die Endung „Scheid“, was auf die Lage an einer Wasserscheide hinweist.

 

Die abwechslungsreiche Landschaft hat durch den Rhein ein besonders mildes Klima, die dadurch eine besondere  Pflanzen- und Tierwelt mit vielen seltenen Arten beherbergt, die zum Teil im warmen Mittelrheintal ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet haben. Unterbrochen werden die Wiesen- und Ackerflächen durch weitläufige Waldflächen.

 

Ein Kleinod von besonderer Bedeutung ist das Naturschutzgebiet „Struth“ der Ortsgemeinde Perscheid. Ein großes Naturschutzgebiet in dem sich Waldflächen, Waldwiesen und fließende Kleingewässer ständig abwechseln und das aufgrund der stetig wechselnden Biotoptypen eine große Artenvielfalt beherbergt. Auch für die Biotopvernetzung und damit die Wanderung von Arten hat das Naturschutzgebiet Struth eine wichtige Funktion.

 

Die Landschaft wird dann durch die Autobahn 61 getrennt. Östlich der Autobahn liegt die Ortsgemeinde Laudert in deren Gebiet der Simmerbach entspringt und sich auf seinen Weg zur Nahe macht. Hier hat die Landschaft schon das typische Gepräge des Hunsrücks, einer Hochfläche mit abwechselnden Wald- und Ackerflächen.

 

Im Landschaftsschutzgebiet „Alte Burg“ liegt die sogenannte „Alte Burg“ in einem Sumpfgebiet. Sie war  rechteckig angelegt und von einem doppelten Erdwall mit dazwischen liegenden Wassergräben umgeben, um damit Schutz vor Angreifern zu gewähren und unentdeckt zu bleiben. Auf dem noch erhaltenen Hügel inmitten der Anlage dürfte ein Wehrturm gestanden haben. Die vom Volksmund als „Alte Burg" bezeichnete Stätte kann nicht genau datiert werden. Nahe dieser „Alten Burg" kreuzten sich die römischen Straßen von Bingen nach Koblenz und von Oberwesel nach Treis.

 

Daher wird angenommen, dass die Burgstelle auf diese Epoche zurückzuführen ist. Zur „Alten Burg“ führt ein ausgeschilderter Weg. Aber Vorsicht, verlassen Sie den Weg nicht, das Waldgebiet ist noch heute voller Wasserlöcher und Sumpfbereiche und zeigt noch immer, dass der ausgewählte Platz für die Schutzburg sehr gut gewählt war.

 

Damit haben wir den östlichsten Teil unserer Verbandsgemeinde erreicht und damit auch das Ende unseres kleinen Ausflugs.

 

Wir hoffen wir haben Ihr Interesse geweckt und dürfen Sie bald in unserer Verbandsgemeinde als Gast begrüßen.